Die Riten des Buchhändlers

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Leider kämpft das Buch gegenwärtig um seine Existenzberechtigung. Der Alltag eines Mitteleuropäers wird von Zerstreuungen getragen die nicht so viel von ihm einfordern wie das Buch. Um im Netz zu surfen bedarf es keiner Muße. Die Geistesaktivität beim Fernsehen geht gen null. Oder gerade so niedrig um die Suggestionen der Reklame aufzunehmen. Beziehungen haben eine Mindesthaltbarkeitszeit wie Brot.

Ich kenne da so einen Mann der hilft den Büchern zu überleben. Er ist ein Wortliebhaber, ein Buchhändler, er handelt mit Worten. Sein Buchladen leselieber ist unweit meiner Wohn- und Atemstätte. (mehr …)

Im Kino gewesen. Geweint.

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vor-der-morgenrte-2016-filmplakat-rcm236x336uDieser Stefan-Zweig-Film von Maria Schrader ist ein wunderbares Kammerspiel mit großartigen Schauspielern, die Aufführung des Donauwalzers in der brasilianischen Provinz ein Stück, das zu Tränen rührt!

Stefan Zweig in Amerika, der Europäer im Exil, wird zum Apologeten der Machtlosigkeit. Ich bin durch den Film angeregt worden, Zweigs Erasmus-Buch zur Hand zu nehmen, das gewissermaßen, wie Ludwig Marcuse bemerkte, ein Selbstportrait des Autors enthält: Er wiederholt, angesichts der innereuropäischen Konflikte, „des Erasmus Lob der Neutralität“, und leidet doch auch daran, nicht eingreifen zu können. „Er hat, ein Zwiespältiger, nicht mehr die erasmische Unschuld im Schweben über den Parteien.“ Er ist Europa nicht entkommen, erträgt nicht seinen Untergang.

Ach, Europa! Es kann einen melancholisch stimmen.

Das Buch und Ich

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Bücher wollen dass man in sich ruht. Nur so können sie gelesen werden. Ein ungelesenes Buch ist ein Verlust. Nichts anderes als eine Ansammlung von Worten auf Papier in Druck. Das Buch bedarf der Kraft der Vorstellung des Lesenden. Nur so beginnt es zu leben. Nur so ergeben die kunstvollen Verkettungen des Schriftstellers einen Sinn. Auch bedarf das Buch der ungeteilten Konzentration seines Lesers. Es bedarf nach dem unbedingten Willen zu einem Dialog. (mehr …)

Die Psychologie des Misslingens

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image_1_13617„Glaubst du denn, es gibt niemanden, der einigermaßen unbeschadet ist? Meinst du, man muss jemanden nur gut genug kennen, um zu der Tür zu gelangen mit der Aufschrift Grausamkeiten.“

Es gibt Lebensentwürfe und es gibt Lebenswirklichkeiten, Illusionen und Deillusionierungen. Menschen tun sich zusammen und driften auseinander und finden im Trennenden womöglich wiederum Gemeinsamkeiten. (mehr …)

Ein schreibender Schauspieler

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u1_978-3-596-90321-4Dieses Buch spottet jeder Beschreibung, es ist ein Buch für Irre, für Bücher-Verrückte nämlich. Elias Canetti (der spätere Nobelpreisträger) hatte vor, eine „Comédie humaine an Irren“ zu verfassen.

Ich verdanke ihm die witzigste Beschreibung dessen, was ein Roman bedeutet: „Romane sind Keile, die ein schreibender Schauspieler in die geschlossene Person seiner Leser treibt. Je besser er Keil und Widerstand berechnet, um so gespaltener lässt er die Person zurück. Romane müßten von Staats wegen verboten sein.“

Wollen Sie die Macht der Buchstaben am eigenen Leibe spüren, dann lesen Sie dieses Buch.

Eine düstere Welt

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witch_hunter-9783423761352Elizabeth sieht auf den ersten Blick nicht so aus, als könnte sie mit nur einem Schwert und einem Beutel Salz zehn Hexer erledigen. Doch sie gehört zu den gefährlichsten Hexenjägern in ganz Anglia. Und nun soll sie dafür gehängt werden, nur weil sie Kräuter bei sich getragen hat.

Bereit, in eine düstere neue Welt einzutauchen? (mehr …)

Acht Autoren suchen einen Mörder

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ab3a404c95a14c6e53b7b4b93a06cc958 Autoren haben einen Roman geschrieben! Da wir aber nicht Platz für alle 8 haben, haben wir beschlossen, den Herausgeber des Buches einzuladen. Professor Erhard Schütz, den viele von Ihnen als Literaturkolumnisten aus dem MAGAZIN kennen, präsentiert mit „Die verschlossene Tür“ Kriminalrat Koppens seltsamsten Fall — das war ein Fortsetzungskrimi, der im Sommer 1932 die Leser der LITERARISCHEN WELT begeistern sollte; neben Alfred Döblin, Gabriele Tergit und Richard Huelsenbeck wirkten daran auch Autoren mit, die heutzutage der breiteren literarischen Öffentlichkeit nicht mehr geläufig sind.

André Förster, der mit seinem Verlag für Berlin-Brandenburg für derart spannende Ausgrabungen berühmt ist, wird Auszüge aus dem Roman vortragen.

Die Veranstaltung beginnt am Montag, dem 25. April, um 19.30 Uhr. Bitte melden Sie sich rechtzeitig an!

Größte Gefahr droht

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buch_testIch warne Sie! Denis Scheck hat dieses Buch im deutschen Staatsfernsehen empfohlen. Bitte lesen Sie dieses Buch nur heimlich unter der Bettdecke. Niemand darf erfahren, dass Sie dieses Buch lesen.

Es ist das witzigste Buch, das ich in diesem Jahrtausend gelesen habe. Es besteht die größte Gefahr, dass Sie nicht mehr richtig funktionieren, wenn Sie dieses Buch gelesen haben.

Hecken, Rosen, Reime

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blauer-tag-von-hans-jurgen-gaudeck.thumb.7af7edf561c3eb251c0386d435d32e73v1_max_472x354_b3535db83dc50e27c1bb1392364c95a2Es gibt einen Wettstreit der Disziplinen: ob wohl die Poesie, die Malerei oder die Musik den Ursprung der menschlichen Ausdruckskraft bilde und gar einen Anhauch des Göttlichen spüren lasse.

In diesem Falle war am Anfang die Sprache: die Gedichte nämlich der unvergleichlichen Eva Strittmatter. Dann hat der Aquarellist Hans-Jürgen Gaudeck sich von ihnen zu Stimmungsbildern inspirieren lassen (seine Bücher liegen im Steffen-Verlag vor).

Und heute sind wir neugierig darauf, was Cathrin Alisch (unter dem Motto HECKEN ROSEN REIME) mit ihrer Stimme und der Violine daraus machen wird!

Zu dieser Veranstaltung habe ich per Newsletter eingeladen. Wenn auch Sie auf die kommenden Veranstaltungen aufmerksam gemacht werden wollen, melden Sie sich bei mir im Laden an oder tragen Sie Ihre E-Mail-Adresse hier in das Kontakt-Formular ein.

Das besondere Reisebuch

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Als frischgebackener Preisträger eines ITB BuchAwards 2016 kam Fredy Gareis direkt von der Reisemesse nach Friedrichshagen, um unser Publikum davon zu überzeugen, dass sein „100 Gramm Wodka. Auf Spurensuche in Russland“ ein besonderes Reisebuch ist. Besonders seine Ausflüge in die eigene Familiengeschichte haben uns fasziniert. Mit Borschtsch und Wodka wurde es ein gemütlicher Abend.

Das Foto des Autors überreichte mir heute eine Besucherin. Alle signierten Exemplare des Buches sind schon ausverkauft.3-16 096