Mein Tag beginnt mit den Deutschlandfunk-Informationen am Morgen, die sind inzwischen eine Dauerwerbesendung für die NATO geworden: Als gute Nachricht hat dort also heute gegolten, dass mit einer Stärkung der Nord- und der Ostflanke zu rechnen sei.
Da kam mir der Gedanke an den 1. FC Union Berlin, der fortan die Nummer 1 im Nordosten ist und also gut gerüstet für den europäischen Fußballwettberb mit den schwedischen und finnischen Spitzenklubs. In dem Bändchen, das Populäre Irrtümer und andere Wahrheiten über den Köpenicker Verein verzeichnet (Klartext, 14,95 Euro), erklärt Matthias Koch: Union gehörte in der DDR nicht zu den Spitzenklubs, die regelmäßig international spielten. Daher gab es keine Befreiung von der Einberufung von Spielern zum achtzehnmonatigen „Ehrendienst“ bei der Nationalen Volksarmee (NVA). Davon war Union im Zeitraum zwischen 1984 und 1988 von allen Oberliga-Vereinen am stärksten betroffen. Da lag also eine Wettbewerbsverzerrung vor.
Heute kicken in der Bundesliga Spieler aus aller Herren Ländern, also bedeutet der kapitalistische Fußballbetrieb samt seiner internationalen Fan-Szenerien immerhin die Hoffnung, dass sich junge Männer nicht mehr mit ideologischen schweren Waffen aufeinander hetzen lassen.
In der westdeutschen Bundesrepublik gab es einen einzigen Bürger-Präsidenten, ich erinnere mich an das kantige Gesicht und die Hornbrille auf den Briefmarken der Siebzigerjahre. Mit Gustav Heinemann verbindet mich der Geburtstag (ich bin natürlich ein paar Jahre jünger) und das Bändchen mit seinen Präsidialen Reden (edition suhrkamp, vergriffen) gehört zu meinem Inventar.


Jean Liedloff erzählt die Geschichte einer Freundin, die so durchs Leben stolperte, dass es zum Lachen ist. Diese Geschichte endet mit dem Satz: Als ich das letztemal von ihr hörte, erzählte sie mit der für sie bezeichnenden Fröhlichkeit, sie sei beim Aufräumen nach einer Party aus dem Rollstuhl gefallen und habe sich eines ihrer gelähmten Beine gebrochen.
Gelobet seist du, mein Herr, mit allen deinen Geschöpfen, zumal dem Herrn Bruder Sonne, welcher der Tag ist und durch den du uns leuchtest.