Molly, Polly und Rosa

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Das Buch Miss Braitwhistle hebt ab ist der dritte Teil aus der Buchreihe Miss Braitwhistle von Sabine Ludwig. 

Das Buch ist witzig und humorvoll.

Es handelt davon, dass Molly und Polly aus der 4a sich immer streiten. Dann geht Polly in die 4b und Rosa aus der 4b kommt in die 4a.  Alle aus der 4a sagen, dass Miss Braitwhistle zaubern kann. Doch Rosa will es nicht glauben,  und auch Miss Braitwhistle meint, sie kann nicht zaubern … Wie kommt die Klasse 4a nur darauf?

Nach diesem dritten Teil habe ich Lust bekommen, auch Band 1 und 2 zu lesen. Eine empfehlenswerte Buchreihe! 

Die Sonne ging auf und sah alles

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Am Mittag des 24. Dezember war ich im Begriff, den Laden zu schließen, da fuhr Herr B. mit seinem Klapprad heran und rief mir die Frage zu, welches Buch ich denn über die Feiertage lesen werde. Ich antwortete: Einen Roman von Sillanpää. Er: Wie sich der buchstabiere? 

S-I-L-L-A-N-P-Ä-Ä !

Frans Eemil Sillanpää lebte von 1888 bis 1964. Ihn in diesen Tagen zu lesen liegt nahe, da der Literaturnobelpreisträger des Jahres 1939 in seiner finnischen Heimat wegen seiner alljährlichen Rundfunkansprache an Weihnachten nie in Vergessenheit geraten ist. Bei uns ist es Sebastian Guggolz zu verdanken, dass seine Werke in frischem Deutsch wieder greifbar sind.  

„Jung entschlafen“ (Guggolz, 24 Euro), das Buch, das Sillanpää vor hundert Jahren niederzuschreiben begonnen hat, strotzt vor bedrückender Gegenwart. Damals schon hat ein russischer Krieg „so furchtbare Umwälzungen in der ganzen Welt verursacht, dass nichts mehr von dem, was vorher war, erreichbar ist“. Die Wirren der Kämpfe durchdringen zum Ende hin den ganzen Roman und führen zu Tod und Verderben.

Doch hebt das Buch an mit einer Hymne auf das Leben: „Die große Wanduhr schreitet langsam und stetig durch alle Momente des Lebens hindurch, Minute für Minute, durch Fest- und Alltag, durch Windstille und Wind. Jeder, der am Leben ist, muss sie ja doch alle selbst erleben, und über jede Minute muss zumindest insofern Rechenschaft abgelegt werden, dass nach ihr eine weitere beginnt.“  (mehr …)

Ein mutiges Mädchen entdeckt die Welt

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Hallo, ich bin Annalena und ich bin 9 Jahre alt. Ich wohne in Friedrichshagen. Mein großes Hobby ist das Lesen. Vor einiger Zeit hatte Mama mich gefragt, ob ich Testleserin werden will. Ich fand die Idee gut. In der Buchhandlung leselieber fragten wir nach Möglichkeiten. Und es war so einfach. Herr Berger gab mir die Möglichkeit, hier Testleserin zu werden. Er hat mir vier Bücher zur Auswahl gegeben. Ich habe mir „El Taubinio“ von Cece Bell ausgesucht. 

Eigentlich bin ich nicht so ein Comic-Fan. Doch diese Geschichte hat mich berührt. Es ist eine Autobiografie. Es handelt von einem Mädchen, das mit vier Jahren das Gehör verlor. Mit ihrem Phonic Ear findet Cece heraus, wie sie Superkräfte bekommen kann und wird zur Heldin … 

Ein mutiges Mädchen entdeckt die Welt. Berührend fand ich, dass „El Taubinio“ sehr gefühlvoll geschrieben ist. Ich kann dieses Buch nicht nur für Comic-Fans sehr empfehlen. 

Das Unschwärmerische, was das Dasein verpflichtet

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Auch er ist einmal Soldat gewesen: Max Frisch wurde infolge der Generalmobilmachung im September 1939 zum Militärdienst eingezogen, um als Kanonier die Schweizer Grenze gegen die drohende Invasion der Deutschen zu verteidigen. Sein Vorgesetzter hat ihn veranlasst, seine Eindrücke aufzuschreiben; der studierte Architekt stand erst am Anfang seiner schriftstellerischen Karriere; im Jahre 1940 bereits ist das Buch in Zürich erschienen. 

Es ist wiederum der Atlantis-Verlag, der nun die vollständige Neuausgabe jener Blätter aus dem Brotsack vorlegt (22 Euro). Eine in der derzeitigen Umgebung beeindruckende Leseerfahrung! 

Der Krieg, der beinahe ganz Europa überziehen wird, gilt auch der Existenz dessen, der nicht unmittelbar betroffen ist, als Herausforderung. Die Schönheit der Welt erscheint als eine Zumutung.  (mehr …)

Einfach ergreifend

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Es sind immer wieder Schätze zu entdecken.

Dieses Buch hat mich so ergriffen wie wenige andere aus dem vorigen Jahrhundert. Sein Autor heißt Alberto Vigevani, er ist mir alleine daher schon sympathisch, da er Buchhändler und Antifaschist gewesen ist. Es ist das Kaddisch für Tante Joli und Onkel Giorgetto: wie absolut ihre wehrlose Unschuld gewesen war, ruft der Neffe aus und beklagt, wie sie um ihr Leben in heiterer Ruhe gebracht wurden. Ihre Lebenslinien wurden jäh unterbrochen, sie endeten in Auschwitz.  (mehr …)

Ein Held unserer Zeit

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Mit seinem neuen Roman beweist Stephen King wieder einmal, dass er als einer der bedeutendsten Gegenwartsautoren der USA gelten kann. Er erweist sich als ein Analytiker der zerbröselnden nordatlantischen Zivilisation. Die Zivilisierten und die Barbaren auseinanderzuhalten, ist in dieser Gesellschaft kaum mehr möglich. 

Billy Summers (Heyne, 26 Euro) ist ein ausgebildeter Scharfschütze. Er hat Dienst im Irakkrieg getan — eine gute Voraussetzung, um sich wieder in der Heimat durchzuschlagen: Einen letzten Auftrag möchte der professionelle Killer noch ausführen, bevor er sich mit zweieinhalb Millionen Dollar zur Ruhe setzen kann. Doch einiges geht schief, das Leben durchkreuzt den Plan.  (mehr …)

Selbstwahrnehmung, Welterfahrung

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Was Sie auf diesen Seiten lesen, soll Sie dazu anspornen, meine Buchhandlung zu besuchen. So wünsche ich es mir. Ihr Aufenthalt in der Buchhandlung soll ein Bildungserlebnis sein, im besten Falle auch für mich. Die Begriffe der alten Welt, sich mit Dingen befassend Gedanken auszudrücken, sind hier gegenwärtig.

Die Parallelwelt am Computer spiegelt eine Wirklichkeit vor. Ob ein Haufen Informationen das welthaltige Wissen ersetzen kann, ist die Frage. 

Antworten bringt das Buch POSTDIGITAL des Musikers und Philosophen Peter Schmitt. Es lässt uns das Diktat der Digitaliserung erfassen, den Menschen immer weniger humanistisch-reflexiv und dafür mehr technisch-effizient auszubilden. Sich auf der feinpixelig geschmeidigen Oberfläche zurechtzufinden, wird aktuell als Medienkompetenz gelehrt. Somit aber degenerieren wir nicht nur zu Analphabeten der Schriftsprache, sondern sind gleichzeitig Analphabeten der Programmiersprachen geworden.

Die Welt wahrnehmend sich selbst zu erfahren: dazu verhilft nur das Buch! 

Heimweh nach der Fremde

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Der Schweizer Schriftsteller Max Frisch bezeichnete einmal seine Sehnsucht nach Welt, „nach Wolken über dem offenen Meer“, als Heimweh nach der Fremde. Xenophilie heißt die Liebe zu fremden Dingen und Menschen, die wir durch Reisen erfüllen können. 

Aus der Schweiz kommt ein Buch, welches uns dazu verhelfen kann, das Eigene als Fremdes wahrzunehmen. Der Reiseführer des Zufalls bietet zahllose Anregungen zum spontanen Verreisen. Er ist in jeder Stadt der Welt anwendbar.

Wie aufregend es ist, in der eigenen Stadt unterwegs zu sein und die Muster der Fassaden wahrzunehmen, Spiele von Licht und Schatten und eine Unmenge von Gegenständen, die achtlos weggeworfen scheinen!

„Finde etwas und erfinde eine abenteuerliche Geschichte dazu“, heißt ein Hinweis aus diesem Buch. Und denke daran, dass du zufällig hier bist.

Alles lecker

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Walter Kempowski, ein Meister der Sottisen, vertraute am 9. März 1991 in Nartum seinem Tagebuch an: Wegen „Sonnabend“ und „tschüs“ hassen uns die Süddeutschen. Gegen „gell“ habe ich nichts. Bei „lecker“ scheiden sich die Geister. 

Was zu der Frage führen mag, ob in Norddeutschland kein Hafer mehr wächst. Stefan Gärtner hat einmal Hafermilch probiert, die aus „lokalem Anbau“ italienischer Bio-Landwirtschaft herbeigekarrt wurde; die ist, steht auf der Packung, „für dich, für die Umwelt, für den leckeren Geschmack“. Er nimmt dann das Wort „lecker“ zum Anlass einer Analyse zeitgenössischen Sprachgebrauchs: weil sie so schön nach Kindermund und -seligkeit klingen,  sind diese zwei Silben der Konsumdemokratie zugeeignet, der wir uns tagtäglich beigeben. Akklamation ist der Grund der Terrorsprache, welche Gärtner in seinem Wörterbuch des modernen Unmenschen unter die Lupe nimmt. 

Wie wir uns (im wahrsten Sinne des Wortes) entmündigen, indem wir uns die Werbesprache zueigen machen, zeigt der Autor an weiteren Beispielen von „Alles gut“ bis „zeitnah“. Wenn ich „wir“ sage, mache ich schließlich Reklame für dieses reizvolle Buch.

Nun sage ich, denn ich bin ein Kind des Schwabenlandes, „tschüssle“ und auf Wiedersehen in meinem Buchladen, in dem ich Ihnen Gärtners Buch „gerne“ verkaufe. 

Von Föhren und Eis

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Nicht jeder kann einen weltbedeutenden Vertreter der Hochliteratur und Nobelpreisträger zugleich einen Heimat-Dichter nennen. Wir Friedrichshagener können das — mit einiger, nicht nur gefühlsmäßiger, Berechtigung — tun. Gerhart Hauptmanns wegen. Unsere schöne märkische Heimat ist es gewesen, die ihm, dem großen Naturalisten, die ersten Stoffe lieferte.

Der aus Schlesien stammende, bereits im Kindesalter als „fabulierfreudig“ bekannte Gerhard, damals noch mit d, entwickelte schon als Schüler eine Abneigung gegen Härte, Zwänge und Anforderungen seiner wilhelminischen Gegenwart. In der Realschule, die er ab 1874 in Breslau besuchte, schloss er sich einem Jünglingsbund an, der utopische Pläne zur Schaffung einer zwanglosen, freien Gesellschaftsordnung schmiedete und dessen Leitsatz „Rückkehr zur Natur!“ wohl den ersten Keim säte zur späteren Ansiedlung in unseren Gefilden. Nach begonnener Ausbildung zum Landwirt, der er körperlich nicht gewachsen war und während derer sich der junge Hauptmann ein Lungenleiden zuzog, das ihn lebenslang plagen sollte, mehrerer abgebrochener Studien und der Heirat mit der begüterten Marie Thienemann, zog er erst nach Berlin-Moabit, und endlich — auf Anraten seiner Ärzte, da er, der Lungenkranke, die Großstadtluft nicht vertrug — nach Erkner! Zurück in die Natur!  (mehr …)